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Die Arbeitsstelle Niederdeutsch wurde 1990 von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen des Fachbereichs Sprachgeschichte am Institut für Germanistik der damaligen PH Magdeburg, aus der die FGSE der heutigen Otto-von-Guericke-Universität hervorging, als Forschungsgruppe gegründet. Die Arbeitsstelle besteht heute aus den folgenden Wissenschaftlerinnen: Dr. Ursula Föllner, Dr. Saskia Luther (Referentin für Mundartpflege und -forschung beim Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V.)
Den Forschungsgegenstand und das Arbeitsfeld bildet die niederdeutsche Sprache in Sachsen-Anhalt in historischer und aktueller Perspektive. Die Tätigkeit der Arbeitsstelle vollzieht sich im wesentlichen in vier Bereichen: Forschung, Aufbau eines Dialektarchivs und Pflege der niederdeutschen Sprache sowie Aufbau einer namenkundlichen Sammlung. Insbesondere fühlt die Arbeitsstelle sich der Förderung des Niederdeutschen im schulischen Bereich verpflichtet, was sich in Fortbildungsangeboten und der Erarbeitung von Lehrmaterialien ausdrückt. Einen Schwerpunkt im schulischen Bereich bildet der Wettbewerb „Schülerinnen und Schüler lesen PLATT“, der vom Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverband finanziell getragen wird.
Die Bedeutung dieses Arbeitsfeldes fand in jüngster Zeit u.a. Bestätigung in der Verabschiedung gesetzlicher Festlegungen durch die Europäische Union, als sie in der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen, zu denen das Niederdeutsche zählt, Maßnahmen fixierte, die von den Mitgliedsstaaten durchzuführen sind und über deren Realisierung Bericht zu erstatten ist. Die Pflege und die Förderung des Gebrauchs der niederdeutschen Sprache in Sachsen-Anhalt ist ein ausdrücklicher Bestandteil der Landeskulturpolitik. Dieser Tatsache Rechnung tragend wurde 2002 die Arbeitsgruppe „Niederdeutsch“ am Kultusministerium unter Vorsitz des Kultusministers gegründet, der auch beide Vertreterinnen der Arbeitsstelle angehören. Die Arbeitsgruppe soll die Förderung der niederdeutschen Sprache erleichtern und diesbezügliche Aktivitäten unterstützen. Der Bereich „Plattdeutsch in der Schule“ bildet dabei einen Tätigkeitsschwerpunkt. So sind neben Vertretern der großen Mundartvereine auch Lehrerinnen aus der Altmark, der Börde und dem Harz/Vorharz um dieses Gebiet besonders bemüht.
Wettbewerbsmodalitäten „Schülerinnen und Schüler lesen PLATT“: Der Wettbewerb wird jährlich (im Herbst) durchgeführt, wobei die Arbeitsstelle in jedem zweiten Jahr ein Heft mit Kurzgeschichten herausgibt, die von AutorInnen der Regionen überwiegend eigens für den Vorlesewettbewerb geschrieben werden. Viele Texte sind in besonderem Maße für Kinder vom 8. bis 15. Lebensjahr geeignet. Außerdem sind alle großen niederdeutschen Gebiete Sachsen-Anhalts durch Beispieltexte vertreten. Die Ausschreibung erfolgt im Schulverwaltungsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Alle Schülerinnen und Schüler der 3. bis 9. Jahrgangsstufe sind aufgerufen, sich am Wettbewerb zu beteiligen. Die Teilnahme und Wertung erfolgt in drei Altersgruppen: 3./4. Jahrgangsstufe 5./6. Jahrgangsstufe 7.-9. Jahrgangsstufe
Meldeschluß ist jeweils Mitte Oktober. Die Teilnahmemeldungen sind zu richten an: Otto-von-Guericke-Universität Institut für Germanistik Arbeitsstelle Niederdeutsch 39016 Magdeburg Postfach 4120 0391/6716645 Ausscheidungsmodus: Der Wettbewerb findet auf drei Ebenen statt. 1. Schulausscheide: Veranstalter ist die jeweilige Schule. Es werden drei Sieger (einer pro Altersgruppe) ermittelt, die die Schule im Regionalausscheid vertreten. Termin: Oktober des Jahres 2. Regionalausscheide: Veranstalter ist die Arbeitsstelle Niederdeutsch. Termin: November des Jahres. Es finden drei Regionalausscheide statt: in der Altmark, in der Börde und im Vorharz/Harz. 3. Landesausscheid: Veranstalter: Arbeitsstelle Niederdeutsch. Termin: Dezember in der Hauptverwaltung der Stadtsparkasse Magdeburg. Bewertung/Jury: Die Jury in den Regionalausscheiden und im Landesausscheid setzt sich zusammen aus Mundartsprecherinnen und -sprechern sowie Vertretern der veranstaltenden Institutionen. Das Urteil der Jury orientiert sich an folgenden Kriterien: • Aussprache, Intonation des Plattdeutschen • Lesefertigkeit • textgestaltender Ausdruck Preise: Für die Regionalausscheide und den Landesausscheid sind für die Plätze 1-3 in den Altersgruppen Schecks und Urkunden vorgesehen. Außerdem können Sachpreise gewonnen werden. Die gesamte Finanzierung übernimmt der Ostdeutsche Sparkassen- und Giroverband in Zusammenarbeit mit den einzelnen Sparkassen.
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